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2019-04-18 13:13:09 Hans Scharpf, LL.M.
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Hans Scharpf, LL.M.

Hans Scharpf hat seine frühe Kindheit - wie er in seinen "Zauberforme(l)n" schildert- in der Natur verbracht, nicht in der Krabbelstube, nicht im Kindergarten. Er ist schon früh auf Bäumen herumgeklettert, konnte Vögel an ihrem Sing-Sang erkennen, kannte keine Buchstaben, kannte keine Zahlen, nur die Sprache seiner Mutter, die bei der Hausarbeit gesungen hat, als er mit 6 Jahren in die Volksschule kam.

An den Weihnachtsmann konnte er nicht so richtig glauben, ebenso wenig an einen gütigen Gott im Himmel. Auch nicht an die Geschichten, die sein Opa ihm erzählt hat. Nur seinem Vater hat er vertraut, der hasste die Lüge und liebte die Natur. Denn in der Natur war er frei.

Hans Scharpf wollte schon sehr früh wissen, ganz auf Goethes Spuren, was die Welt im Innersten zusammen hält. Lesen hat ihm dann sein Vater beigebracht, der jeden Morgen Zeitung las. Er kam mit der Ganzwortmethode nicht zurecht. Danach hat er jeden Tag Zeitung gelesen, vor allem Nachrichten, dann ab 10 Jahren den Spiegel, viele, viele Jahre lang, auch heute noch.

Heutzutage schaut er fast nur noch durch, und das immer mehr mit Bauchgrimmen, und eher unter dem Gesichtspunkt, was dem Bürger als seine Meinung unter die Weste gejubelt werden soll.

Die aus seiner Sicht wichtigsten, vor allem die richtig recherchierten Informationen stehen kaum noch im Spiegel und noch seltener in der Tageszeitung. Auch die sprachliche Verpackung lässt zu Wünschen übrig.

Er sucht die Wahrheit jetzt vorwiegend im Internet zusammen, bei den Nachdenkseiten, bei Wikipedia, bei KenFM, in sogenannten Blogs, im Internet also. Er hat gelernt, sich die guten, die verläßlichen Informationen herauszupicken.

Er ärgert sich darüber, dass er Zwangsgebühren für die Nachrichtensendungen des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bezahlen muss, der zum Propaganda-Sender der etablierten Parteipolitik verkommen ist. Ihn stört gewaltig, dass er für die Zwangsgebühren die schon von seinem Vater gern gesehene Sportschau nur noch mit Werbeblöcken serviert bekommt und quasselnde Reporter mit den immer gleichen Interviews von Spielern, die keine Goethe-Zitate zum Besten geben, den Fußball anbeten, statt ab und zu Mal Goethe zu lesen und zu zitieren. Der hätte auch Fußballspiele literarisch in Versform höchst lehrreich und unterhaltsam aufbereitet.

Sein Lehrer in der 3. und 4. Klasse hat noch mit dem Rohrstock unbotmäßige und lernfaule Schüler zur Raison gebracht. Bei ihm hat diese perfide Methode zu schulischen Höchstleistungen geführt. Mit lauter Einsern wurde er, der sein Dorf und seine Freunde nicht verlassen wollte, in die große Stadt auf das Gymnasium geschickt, in die Fremde.

Die Stadt hieß Kassel und die Schule hieß Goetheschule.

Später studierte er nach Stationen in Marburg und München in Frankfurt am Main Jura, Soziologie, Volkswirtschaft und Philosophie, an der Johann Wolfgang von Goethe-Universität.

Nach Studium und Referendariat, mit einem Jura-Staatsexamen mit Prädikat in der Tasche, begab er sich dann in die große Welt, zuerst nach Australien, dann in die USA, nach New Orleans, der Geburtsstätte des Jazz, den er so mag.

Während dieser Jahre ruinierte ein aus Südhessen stammender, nach der Gebietsreform installierter Bürgermeister seine Heimat, der mit Goethe nicht auf engem Fuß stand und dem später der Staatsanwalt auf den Fuß trat. Es war die Rede von Untreue und Bruch des Fernmeldegeheimnisses. Er hatte zwecks besserer Beherrschung seine möglichen Konkurrenten und Gegner abhören lassen, damit sie seine Missetaten nicht in der Öffentlichkeit verbreiten.

Im großen Amerika erwarb er sich an der Tulane Law School, eine der renommiertesten Law Schools in den USA, den Titel „Master of Laws“, mit „Distinction“ (Auszeichnung). Zurück in Deutschland traf er wenige Tage nach seiner Ankunft einen seiner Professoren, die ihm ein Gutachten zur Bewerbung für die Law School geschrieben hatten. Dieser brauchte einen Assistenten. So wurde er wissenschaftlicher Assistent an der Johann Wolfgang von Goethe-Universität, wollte promovieren. Das rechtsvergleichende Thema hatte er aus den USA mitgebracht. An der Universität hielt er es aber nicht lange aus, zu weltfern, zuviel Theorie, zuviel Klausuren und Hausarbeiten korrigieren. 1986 wechselte er in den Anwaltsberuf. Zunächst Feld-Wald-Wiesen-Anwalt, dann wurde er „entdeckt“, machte seine eigene Kanzlei auf, weiterhin in der Goethe-Stadt und arbeitete mit Notaren in der Goethestraße zum Wohle der Stadt Frankfurt am Main zusammen, deren anwaltlicher Berater er geworden war. Sogar in den hoch angesehenen Gutachterausschuss der Stadt Frankfurt am Main zur Bewertung von Immobilien wurde er vom Magistrat gewählt.

Doch dann ging es bergab. Erst wurde er aus der Rechtsanwaltskammer Frankfurt am Main ausgeschlossen, dann verlor er seine Stellung im Gutachterausschuss, schließlich wurde er letztes Jahr für insolvent erklärt und auch noch wegen unbefugten Führens der Berufsbezeichnung Rechtsanwalt verurteilt. Was war passiert. Was hatte er getan?

Er hatte herausgefunden, was diese heutige Welt, die so viel Häßlichkeit und Unvernunft gebiert, im Innersten zusammenhält: Geld aus Nichts. Erzeugt von den „Herren des Nichts in den Tempeln des Nichts“. Er ist in den Streik eingetreten, einen allumfassenden Schuldenstreik gegen eine Welt mit zuviel Lug und Betrug. Er war bei Goethe angekommen und ist jetzt in den Rheingau eingewandert.

Dort wurde er zunächst von Handlangern der Herren des Nichts überfallen und vertrieben. Jetzt ist er zurückgekehrt, der Liebe wegen, zu einer Rheingauerin, zur Schönheit, zur Kultur, zu Natur und Landschaft, zum Rhein. Von der Fulda, zum Main, an den Rhein. Das ist seine wahre Karriere. Dort findet er es am Schönsten. Von dort will er seine „Zauberforme(l)n verbreiten, Häßlichkeiten, Ungerechtigkeiten, Dummheiten und Unvernunft den Nährboden entziehen, dem "Wahren, Schönen, Guten" dienen, getreu dem Motto Goethes, verewigt auf der Front der Alten Oper in Frankfurt am Main. Hier schließt sich der Kreis.

Goethe war übrigens auch Jurist, aber nur sehr kurz. Und er hatte die Juristen natürlich durchschaut:

„Im Auslegen seid frisch und munter! Legt ihr's nicht aus, so legt was unter!"

Hans Scharpf wurde vieles unterlegt, Steuerhinterziehung, Betrug, Untreue, Titelmißbrauch, Insolvenz, aber nicht das Richtige: Anstand, Wahrhaftigkeit und die Liebe zu Natur und Schönheit.