Geld aus Nichts

Der größte Raubzug der Geschichte

Werden die Fleißigen ärmer, damit die Reichen noch reicher werden können?
Die Autoren stellen die zunächst einfach erscheinende Frage: Was ist Geld? Doch schon mit dem Versuch sie zu beantworten führen sie den Leser zielgerichtet zum Hauptthema dieses Buches. Eine ebenso verblüffende wie klare Antwort lautet: „Geld ist ein Anspruch auf Leistung!“.

Aus dieser Definition von Geld folgt auch, dass Geld eben nur ein Anspruch und nicht die Leistung selbst ist. Dies bedeutet aber, dass dieser Anspruch nur dann einen Wert hat, wenn eine entsprechend gewünschte Leistung auch geleistet oder geliefert werden kann. Werden diese Gedanken weiterentwickelt, schließt sich die Erkenntnis an, dass allein mit dem Schaffen von Geld noch keine Leistung erbracht wird! Für die Wirtschaft sollte daher der Satz gelten: Wirtschaften ist der Austausch von Gütern und Dienst-leistungen – und Geld ist ein Mittel der Wirtschaft, nicht der Zweck!

Weik, M. & Friedrich, M. (2012): Der größte Raubzug der Geschichte . – 381 S.; ISBN 978 - 3 - 8288 - 2949 - 7 ; Tectum Verlag, Marburg; © Julia Jentsch, http://rasendereporterin.de für http://cashkurs.com https://www.youtube.com/watch?v=QgDjpQbG6_A

An diese einleitenden Erkenntnisse schließen sich weitere Rückschlüsse an, die - über das Schildern von Sachverhalten und Zusammenhängen - zum Hauptthema dieses Buches führen. Wer das Schaffen des Anspruchs auf Leistung - also das Schaffen oder das Schöpfen von Geld - kontrolliert, hat Macht und Einfluss auf die Realwirtschaft, die Regierungen und damit auf den größten Teil der Menschheit.

Die Grundlage des dazu erforderlichen Kontrollsystems ist die bestehende Geldordnung selbst. Wie diese als monetäre Monokultur global funktioniert, wird in einzelnen Schritten und an vielen kleinen Beispielen verständlich beschrieben. Die bestehende Struktur des globalen Geld- und Finanzsystems wird erläutert und an einzelnen Beispielen wird deutlich gemacht, durch welche zusätzlichen Regeln und Vorschriften dieses System noch undurchschaubarer und für die Jagd nach dem Geld der Anleger noch effizienter gemacht wurde. Auch die im Rahmen dieses Systems und der fortschreitenden Finanz-, Banken- oder Staatsschuldenkrise(n) geschaffenen Finanzprodukte, werden anhand von einleuchtenden Vergleichen mit Beispielen erklärt.

Im Rahmen des Beschreibens der chronologischen Abfolge der Krise(n) werden immer wieder Zitate auch bekannter Persönlichkeiten eingefügt, um jeweils die Aussage und die Wirklichkeit nebeneinander wirken zu lassen. Mit diesem Stilmittel wird in vielen Kapiteln auf drastische Weise deutlich gemacht, wie weit der entsprechende Anspruch und die jeweilige Realität auseinanderklaffen.

Im Rahmen dieser verschiedenartigen Darstellungen werden neben vielen anderen Themen auch Fragen behandelt, deren Auflisten einen guten Einblick in die Spannweite des gesamten Themenkomplexes gibt:

  • Wie entsteht Geld?
  • Wie bekommen die Geschäftsbanken Geld?
  • Was ist ein Kredit?
  • Was ist ein Kredithebel?
  • Was ist eine Bad Bank (schlechte Bank)?
  • Was sind Derivate?
  • Wie funktionieren Leerverkäufe?
  • Warum vertrauen sich die Banken gegenseitig nicht?
  • Welche Bank hat in der Krise 2007/2008 welche Beträge abgeschrieben?
  • Wird mit dem neuen Bilanzrecht der Betrug für Banken legalisiert?
  • Wozu ist eigentlich ein Aufsichtsrat da?
  • Was ist eine Kreditausfallversicherung?
  • Wie wird durch Spekulation am Misserfolg anderer Gewinn erzielt?
  • Wie sicher sind Spareinlagen wirklich?
  • Wer oder was ist eigentlich der SoFFin?
  • Wie funktioniert die Bankenrettung?
  • Was wurde aus der Krise gelernt?
  • Was empfiehlt der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht?
  • Was sind Hedgefonds?
  • Kann ein Anleger einen Anspruch auf Entschädigung überhaupt einklagen?
  • Wieso muss das Abheben von Geld auch bei einem Tagesgeldkonto zuvor angemeldet werden?
  • Wie unabhängig sind Ratingagenturen?
  • Wie entsteht Inflation?
  • Was sind Finanzderivate?
  • Was ist EUREX?
  • Wohin werden Risiken derzeit verschoben?
  • Wie arbeiten Schattenbanken?
  • Was steckt hinter dem Hedgefond BlackRock (BR)?
  • Was ist eigentlich Staatsverschuldung?
  • Was sind Zinsen?
  • Wer bezahlt bei einem Staatsbankrott?
  • Ist der Euro zum Scheitern verurteilt?
  • Wie abhängig ist die EZB?
  • Ist die Rente ein legalisiertes Schneeballsysterm?
  • Warum findet eine Umverteilung von den Fleißigen zu den Reichen statt?
  • Wem dienen Finanzprodukte – den Kunden oder der Finanzindustrie?
  • Sind Versicherungen, Sparverträge oder Staatsanleihen noch zeitgemäße Investments?
  • Kann dauerhaftes Wachstum überhaupt funktionieren?

 

Die aufbereiteten Informationen zeigen, wie komplex und eher undurchschaubar die Zusammenhänge in der internationalen Finanz- und Börsenwelt sind. Gerade deshalb ist es wichtig, die einzelnen Informationen im Kontext des Hauptthemas zusammen zu führen, um den bisher größten Raubzug der Geschichte erkennbar zu machen! Dies ist mit diesem Buch hervorragend gelungen.

Die Autoren schildern klar und deutlich wie die Menschen weltweit von der Politik und von der Finanzbranche in die Zange genommen werden. Sie weisen auch darauf hin, wie dieser Raubzug stellenweise von der Presse passiv gedeckt wird. Für die Darstellung der Themen verzichten die Autoren darauf, in den Stil eines Finanzsachbuchs zu verfallen – sie versuchen, auch bei ernsten Themen den Humor nicht zu verlieren.

Durch ihre jeweilige berufliche Praxis haben die Autoren eine Fülle von tiefen Einblicken in das Wirtschaftsleben fremder Nationen gesammelt. Sie haben internationale wirtschaftswissenschaftliche Studiengänge absolviert und bieten im Rahmen einer Finanzberatung Seminare zu den Themengebieten an, die in diesem Buch beschrieben werden. Viele ihrer Vorträge werden mit folgendem Titel angekündigt: „Die Finanzkrise – Der größte Raubzug der Geschichte“.

Kommentare

PP
Peter Pascht

Geld ist der gesamte Handelswert aller handelbaren Waren (Objekte und Leistungen). Wo es nichts zu kaufen gibt, ist Geld wertlos, als Bezahlmittel. Das wusste schon Karl Marx. Wieso das heute neu hinterfragt wird ist unverständlich. Auch Quelle, sowie reale Höhe, wie auch zulässige Höhe der Wertschöpfung kann man in seinem Werk "Kapital schon nachlesen. Eine Wertschöpfung darüber ist Betrug, sie kann also nur in den Händen des Staates liegen. Da Geld der Gegenwart des Warenwertes ist, kann Geld selber keine Ware sein und insofern der Geldhandel keine Wertschöpfung begründen. Alles bekannt was jedoch eine korrupte Politik vertuscht und straffällig hinnimmt. §20GG kann da legal keine Abhilfe schaffen, weil diesem Artikel eine legale vollziehende Gewalt fehlt, die der zu korrigierende "failed state" einzig und allein als "Gewaltmonopol" für sich reserviert hat.

Einen Kommentar schreiben

Ähnliche Artikel:

The Elephant in the Room

Results from the Swiss sovereign money referendum are in: 24% of voters approved the "Vollgeld-Initiative"! While this means that the Swiss miss the chance to give the power of money creation back ...

Geld aus Nichts

Werden die Fleißigen ärmer, damit die Reichen noch reicher werden können?
Die Autoren stellen die zunächst einfach erscheinende Frage: Was ist Geld? Doch schon mit dem Versuch sie zu beantwo...

Geld vor Gericht

Geld vor Gericht ist eine Webseite, die den Versuch unternimmt, durch Vermittlung von Wissen über die Zusammenhänge von Geld und Kredit, Zins und Vermögensverteilung, Geldmengenwachstum und Umwe...

Geldhahn-zu Archiv

Einige unserer Kampagnen wurden bereits im Jahr 2013 veröffentlicht. Besuchen Sie unsere Webseite aus dem Jahr 2013.

The Elephant in the Room

Warum Bankenregulierung Banken nicht in die Schranken weisen wird!

„The elephant in the room“ ist eine englische Redewendung, mit der zum Ausdruck gebracht wird, dass das wesentliche Pro...

The Elephant in the Room

Prof. Senf im Interview bei Ken Jebsen (KenFM). Wie zeigen Ihnen die wichtigsten Ausschnitte, sowie Kostproben, unter anderem die "Erleuchtung" von Hans Scharpf.