Personen

Prof. Dr. Werner

Richard Andreas Werner (* 5. Januar 1967 in Landau an der Isar) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler, Hochschullehrer in England und Director des Centre for Banking, Finance and Sustainable Development.

Richard Andreas Werner (* 5. Januar 1967 in Landau an der Isar) ist ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler, Hochschullehrer in England und Director des Centre for Banking, Finance and Sustainable Development.

Leben

Professor Werner erhielt 1989 den B.Sc. (Economics) mit First Class Honours von der London School of Economics (University of London) und promovierte in VWL an der Universität von Oxford. Ferner studierte er u. a. an der Universität von Tokyo.

Derzeit ist er Professor of International Banking an der Universität Southampton in England, sowie Mitglied des EZB-Schattenrats. Mehrmals war er Vertretungsprofessor an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am Main. Er ist auch Mitgründer und Vorstand von LocalFirst CIC, einer gemeinnützigen Firma, die anstrebt, Lokalbanken nach dem Vorbild der deutschen Sparkassen und Genossenschaftsbanken in England einzuführen.

Ab 1994 war er vier Jahre lang Chefökonom von Jardine Fleming Securities (Asia) Ltd. in Tokio, arbeitete dann für die Asiatische Entwicklungsbank in Manila, bevor er 1998 eine Investmentberatungsfirma gründete (Profit Research Center Ltd.) und später ins Fondsmanagement einstieg, u. a. für Providence Asset Management Ltd. mit Sitz im Vereinigten Königreich von Großbritannien und Nordirland. Von 1997 bis 2004 unterrichtete Werner an der Sophia Universität, Tokio, einer der renommiertesten Privatuniversitäten Japans, zuletzt als Assistant Professor (tenured) in Monetary Economics, International Economics und Development Economics. Er folgte 2004 einem Ruf an die Universität von Southampton, wo er seit 2005 den Lehrstuhl für International Banking innehält.

Werner ist ein Befürworter der induktiven, empirisch orientierten Ökonomie. In seinen Modellen vermeidet er die Annahme der vollkommenen Information und die deduktive Vorgehensweise und ist eher an Modellen interessiert, die sich für Vorhersagen eignen. Er warnte 1991 vor dem Zusammenbruch des japanischen Banksystems. Ausgehend von der klassischen Quantitätsgleichung entwickelte er 1992 die Quantitätstheorie des disaggregierten Kredits (engl. "Quantity Theory of Credit"), mit der er die Fehlentwicklungen der japanischen Wirtschaft in den Jahren 1980–2003 erklären konnte, was in bisherigen Modellen nicht gelungen war. Er prägte 1994 den Begriff der quantitativen Lockerung (engl. "Quantitative Easing"), welcher bisher allerdings abweichend vom ursprünglichen Konzept angewendet wurde. Werner war mit seinem 2001 veröffentlichten Buch Princes of the Yen – Japan’s Central Bank and the Transformation of the Economy (auf Englisch 2003 erschienen) sowie seinem 2003 erschienenen Buch New Paradigm in Macroeconomics (auf Englisch 2005 erschienen) ein Bestseller-Autor in Japan. In seinem 2007 erschienenen Buch Neue Wirtschaftspolitik (München: Vahlen Verlag) warnte er vor den „wiederkehrenden Bankenkrisen“ und schlug Wege vor, Kredit- und Vermögenswerteblasen zu vermeiden und nach deren Zerplatzen ohne Kosten für die Steuerzahler die Krise zu beenden.

Veröffentlichungen